turi2 podcast

turi2 podcast - Menschen. Medien. Marken


Transkript

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00:00:00: Ich glaube, wir müssen uns als Journalist einfach mal ehrlich machen und sagen, egal was wir tun werden wir ausgenutzt in Anführungszeichen.

00:00:07: Wir werden immer von Karren gespannt.

00:00:10: Wenn man – ich sage es jetzt mal flapsig – wenn man allen einen auf den Sack geht dann ist man nicht in einer Schublade drin.

00:00:18: Und wenn man nicht an einer Schublade drinnen ist, haben selbst die, die man kritisch behandelt an einer Stelle trotzdem so einen gewissen Respekt davor.

00:00:28: Journalismus ist ein Peoples Business, es is egal ob ich das investigativ mache, ob ich Wissensredakteur bin oder ob ich Lokal-Redakteur mit völlig wurscht.

00:00:37: Wenn ich nicht mit Menschen umgehen kann, wenn ich nicht neugierig auf Menschen zugehen kann und wenn ich auch Angst habe mit denen zu reden dann sollte man lieber irgendwas anderes werden.

00:00:51: Herzlich willkommen zum TURiZwei Podcast.

00:00:54: Heute im Rahmen unserer Themenwoche Zeitungen, wir werfen einen Blick in den Maschinenraum der Recherche und fragen uns wie funktioniert das Handwerk des investigativen Journalismus in der Praxis?

00:01:07: Dafür sind wir zu Gast bei Lars Petersen dem Investigativ-Chef der Premiumgruppe von Axel Springer.

00:01:14: Er recherchiert mit seinem Team für Marken wie Welt, Politico & Business Insider.

00:01:20: Peterson verrät uns, wie man Menschen zum Reden bringt.

00:01:23: Warum man als Journalist keine Angst vor Anwaltsschreiben haben sollte und weshalb eine transparente Fehlerkultur so wichtig ist!

00:01:32: Außerdem ordnet er ganz offen ein, wie er selbst damit umgeht wenn der Spieß umgedreht wird und plötzlich der eigene Verlag der mächtige Springerkonzern ins Visier von investigativen Journalisten gerät.

00:01:45: Einblicke in ein hartes aber spannendes Geschäft!

00:01:49: Ich bin Markus Tranto, Chefredakteur von TURiII und ich wünsche euch viel Spaß beim Hören!

00:02:00: Touri Zweider heute zu Gast sein im Podcaststudio von Springer in Berlin.

00:02:06: Welche Produktionen gehen hier normalerweise über die Bühne, wenn wir nicht den Touri Zwei-Podcast aufzeichnen?

00:02:10: Wir machen hier beispielsweise Macht und Millionen dem True Crime Podcast von Business Insider oder hier wird auch zum Beispiel der Podcast von Ulf Poschardt gemacht und eigentlich alle Podcasts, die wir bei Springer In der Prämiumgruppe machen, die entstehen hier!

00:02:35: Ich

00:02:37: wollte als Kind ehrlicherweise schon immer Journalist werden, also wirklich total langweilig.

00:02:41: Aber ich konnte mir irgendwie nie was anderes vorstellen!

00:02:44: Der beste Rat meiner Mutter

00:02:48: war mach einfach das, was du für richtig hältst.

00:02:51: Ich habe unterschätzte Talente als...

00:02:54: Also ich würde von mir behaupten, ich habe unterscherzte Talente wie Koch.

00:02:58: Also ich koche wahnsinnig gerne.

00:03:00: Manchmal würden auch manche sagen, dass ich vielleicht durchaus ab und an Komiker bin aber ich würde da eher auf den Koch bleiben.

00:03:09: Meine heimliche Schwäche!

00:03:11: Mein heimlicher Schwäch ist ehrlicherweise Schokolade Aber das ist ja auch keine heimlische sondern wirklich eine sehr offensichtliche Schwäsche.

00:03:17: Ich liebe vor allem Luka-Dringe Das kenne ich noch aus der Schulzeit heraus und Nougatringe sind fantastisch.

00:03:23: Mein Vorbild

00:03:25: Ich habe nicht wirklich ein echtes einzelnes Vorbild, aber ich hab angefangen von meinen Eltern die ich wirklich sehr schätze für das was sie auch gemacht haben Und mich geprägt haben Aber auch das Glück gehabt dass sich sehr viele Wegbegleiter hatte auch journalistisch Keine Özkins beispielsweise, die mich wirklich geprägt haben und auch wirklich weiterentwickelt haben.

00:03:45: Mit diesem Spruch würde ich für mich werben.

00:03:48: Ruf mich an!

00:03:49: Und wir gehen was essen und quatschen.

00:03:51: Das will ich am Tag meiner Beerdigung auf keinen Fall hören.

00:03:55: Ich hasse es wenn die traurigen Musik spielen oder sowas.

00:03:57: also das fände ich wirklich furchtbar.

00:03:59: Also ich finde ich glaube ja tatsächlich sowieso daran dass man auch im Zweifelsfall ein Leben nach dem Tod hat.

00:04:06: also sofern ich blicke da ganz optimistisch drauf

00:04:10: Das heißt, Sie sind ein religiöser Mensch?

00:04:14: Also ich bin... Insofern glaube ich einen religiöser Mensch, dass sich nicht jetzt sozusagen an ein sehr dogmatisch irgendwie das kirchliche Glaube.

00:04:25: Also ich bin jetzt kein Kirchgänger, also ich gehe jetzt nicht jedes Wochenende in die Kirche oder so.

00:04:28: Aber ich glaube schon, dass es Gott gibt und ich glaube auch schon, daß es irgendeine spirituelle Macht gibt.

00:04:36: Ich bin in einer Schule, die der Palotiner-Ordn geführt hat, in der Nähe von Bonn Und ich bin zwar evangelisch von Hause aus, das ist eigentlich ein katholischer Orden.

00:04:48: Aber da kriegt man ja schon so'n bisschen eine gewisse Prägung dann mit und ich fand das immer etwas Positives.

00:04:54: Die sind Glauben, da gibt es etwas der da irgendwie die Geschicke der Welt lenkt oder auch nicht lenkt wenn man sich so manche politischen Themen anschaut.

00:05:02: aber ich fand dass immer ganz gut insofern... Ja!

00:05:04: Insofern bin ich eigentlich schon religiös.

00:05:07: Prägt diese religiöse Grundhaltung in gewisser Weise auch ihre Arbeit oder ist das getrennt davon?

00:05:15: Also, das ist mir ehrlicherweise nicht bewusst.

00:05:18: Ich würde sagen dass ich so habe wir auch zum Beispiel unsere Kinder erzogen oder erziehen sie, dass man schon sagt, dass Man mit anderen einfach fair umgeht und dass man so um geht wie andere auch mit einem selber dann umgehen Das ist schon was wo ich.

00:05:38: Ich würde sagen, wenn man zumindest aber darauf achte.

00:05:41: möchte schon eigentlich so wahrgenommen werden, dass ich auch fair bin.

00:05:45: Also wenn, dass sich eben niemanden jetzt irgendwie über den Tisch ziehe oder so ja also das will ich schon nicht weil ich will ja dann auch nicht über den Tisch gezogen werden.

00:05:54: Ich möchte schon gerne und dafür steh' ich dann auch schon Wenn ich Zusagen mache, dann wären die eingehalten.

00:06:02: Wenn ich mit jemandem direkt und offen und transparent umgehe, dann erwarte ich das auch von jemand anderem.

00:06:08: Insofern sagen wir mal ein gewisses Christian wirkliches Weltbild.

00:06:12: Sicherlich schon irgendwo auch

00:06:14: daher.

00:06:14: Sie sind ja Investigativjournalist, das ist aus meiner Sicht immer das härteste aber auch das Spannende was man am Journalismus machen kann.

00:06:21: Wann war ihm klar ich werd ein Investigativer?

00:06:28: Also es ist nicht nur so ein blöder Spruch oder so... Ich habe wirklich schon in zur Schulzeit es wirklich spannend gefunden Was diesen Journalisten Beruf ausmacht, dass man einfach vor allem Dinge herausfindet die vielleicht andere nicht so gerne haben.

00:06:44: Dass das herausgefunden wird und insofern ich kannte das Wort natürlich investigativ nicht Und bin auch muss ich auch gestehen jetzt auch bei diesem Wort immer so ein bisschen verhalten, weil man denkt dann immer ja das sind die, die dann irgendwie Watergate enthüllt haben und so weiter.

00:07:00: Ich glaube diese Art der Berichterstattung, die passiert einmal in hundert Jahren, insofern der Unterschied, der da sicherlich gemacht wird, da kann man vielleicht auch nochmal getrennt voneinander sprechen.

00:07:12: also ich habe zumindest mal als ich angefangen habe nach dem Studium und bei der Axis Springer Akademie unserer Journalisten Schule hier danach war ich bei der BZ Und da habe ich schon relativ frühzeitig gemerkt, dass ich es weniger spannend finde in der Politikberichterstattung über Berlin.

00:07:31: er wiederzugeben, was der eine sagt und was der andere sagt.

00:07:34: Sondern dass ich es eher spannend finde zu sagen, was wollte der andere vielleicht gar nicht sagen oder was wollte er ja vielleicht verheimlichen.

00:07:42: wie auch immer?

00:07:43: Und da habe ich eigentlich schon angefangen eher in die Richtung zu gehen und hab dann immer wieder auch zielgerichtet dann auch die Kontakte dahingehend geknüpft das sich gesagt hat naja also ich bin jetzt tatsächlich nicht derjenige bei dem du die Botschaften abgibst dafür gibt's andere die das besser einordnen können.

00:08:01: Aber wie ist das denn eigentlich bei dem Thema so und so?

00:08:04: Und dann habe ich dadurch eigentlich gelernt, dass das wirklich sehr viel Spaß machen kann.

00:08:11: Ja und bin dann glaube ich nie jetzt so bewusst aber bin im Prinzip in diese Stine reingerutscht und mache das total gerne bis heute.

00:08:19: Jetzt sind Sie ja der Chef der Investigativeinheit der Premiumgruppe.

00:08:23: war das schon relativ früh klar bei ihnen, ich will auch Chef werden tatsächlich

00:08:27: nicht?

00:08:28: Nein.

00:08:28: Also... Ich war nach der BZ-Zeit, ich war dann bei der Bz-Chefreporter, da bin ich als Redakteur in zur Bild am Sonntag gegangen, nach fünf, sechs Jahren bei der bz und wir waren da zusammen zwei Jahre lang unter keinen Özkens, ja dann später auch beim Business Insider war so wie ich und Jan Wehmeyer Als es dann darum ging, dass wir dann wechseln wollen.

00:08:54: Da war da mal so der Punkt das ich gesagt habe nach sieben Jahren, acht Jahren finde ich kann man auch einmal eine Führungsverantwortung übernehmen.

00:09:04: Das war eigentlich dieser Punkt und bei mir war da ein wirklich... Und das war ein sehr guter Rat den Karren mir damals gegeben hat.

00:09:14: Du bist eigentlich dann eine gute Führungskraft, wenn du dich über den Erfolg von etwas freust.

00:09:20: Von einem Mitarbeiter genauso als wenn es deine eigene Leistung wäre.

00:09:24: und ich habe einfach gemerkt genau das war dann auch der Punkt.

00:09:27: also ich hab dann wirklich ein sehr junges Team übernommen bei Business Insider die sozusagen sehr hungrig waren Dinge herausfinden Remidemi machen und so ist.

00:09:36: es war total toll Und ich habe mich wirklich einfach gefreut, wenn die einen journalistischen Erfolg hatten den sie vielleicht dann vorher so nicht hatten und nur ein bisschen Leitplanken geben konnte.

00:09:48: Die haben sich einfach total toll entwickelt und haben jetzt auch wirklich super Aufgaben hier in der Primo-Gruppe.

00:09:55: Stichwort Premium Gruppes hat sich ja in den vergangenen Jahren ordentlich was verändert bei Ihnen im Haus aus... Der Rolle bei Business Insider ist eine Rolle in der übergeordneten Premium-Gruppe geworden.

00:10:05: Sie arbeiten für Welt, sie arbeiten für Politico und für Business Insiders.

00:10:10: Also drei starke Marken!

00:10:12: Wie sieht denn Ihr Investigative Team heute aus?

00:10:16: Kleiner als erhofft muss man sagen oder kleiner als man denkt.

00:10:21: wir sind insgesamt fünf Leute die das machen.

00:10:26: also da bin ich jetzt auch mit eingerechnet.

00:10:28: Das ist sozusagen der ursprüngliche Kern dieses Teams, das Weltinvestigativressort und die waren ja sehr stark geprägt über die Arbeit, innere Sicherheit usw.

00:10:39: Und dann bin ich reingekommen, da kam noch ein Kollege rein, den ich auch aus Business Insiderzeiten in meinem Team war und wir haben sozusagen diese Wirtschaftsthematik noch ein bisschen damit reingebracht.

00:10:53: Wir sind gar nicht so viele, aber ich bin sehr stolz darauf was die Kolleginnen und Kollegen dann aber immer täglich immer noch schaffen.

00:11:01: Ich würde sagen sie entwickeln einen gewissen Impact ja durchaus mit ihrer Arbeit.

00:11:07: ist das eigentlich einfacher für Sie Journalismus und auch investigativen Journalismus zu machen als für eine

00:11:14: Lokalzeitung

00:11:15: oder für ein Block, weil sie den mächtigen Axel Springer verlag dann doch im Hintergrund haben der Im Zweifelsfall wenn irgendwas schief geht.

00:11:22: Oder wenn dann eine Recherche vor dem Anwalt oder beim Gericht landet dann doch schon Vorne Taschen hat.

00:11:30: ja

00:11:30: also das muss man ganz klar sagen.

00:11:32: Also da haben wir wirklich einen großen Vorteil dass wir eine Rechtsabteilung haben mit mehreren Juristen.

00:11:39: Das habe ich übrigens gerade vor unserer Aufnahme nämlich tatsächlich auch gemacht für eine Geschichte, das man denen einfach den Text schickt und dann schauen die rüber wenn dann trotzdem irgendwas schief geht, dass die natürlich auch das dann übernehmen und dann eben auch vor Gericht sprechen.

00:11:57: Und natürlich muss man auch einfach sagen es ist eine Geldfrage.

00:12:00: also viele Lokalmedien – und das ist mir ja auch total bewusst können sich das nicht leisten!

00:12:07: Da haben wir einfach einen riesen Glück und ich würde mich auch wünschen, dass im Endeffekt im Bereich auch mit Lokaljournalismus trotzdem davor keine Sorge hat und dass man trotzdem da vielleicht das eine oder andere Geld doch investiert.

00:12:24: Weil ich bin zu tief davon überzeugt, dass sich das lohnt weil ich glaube, dass wir gerade in den heutigen Zeiten wo wir ja ein unfassbar großes Medienangebot haben Ob das überregional ist oder ob das regional ist, es ist völlig egal.

00:12:38: Die Leute können sich aussuchen wo sie etwas lesen.

00:12:41: Wir sind nicht mehr der Gatekeeper wie wir das vielleicht noch vor ein paar Jahren waren.

00:12:46: die können über Social Media sich das anschauen Sie können über KI sich das anschauen und die Informationen bekommen.

00:12:51: Da glaube ich schon dass das Journalismus nur dann Erfolg hat wenn ich einen Unterschied aufzeige Wenn ich deutlich machen kann mein Medium hat Geschichten die eben nicht woanders sind Und ob man das jetzt investigativ nennt, ob man die Recherche nennt oder exklusiv nennt wie auch immer völlig egal.

00:13:11: Ich glaube dass diese Art der Rechercher auf jeden Fall und die Art der Geschichte Dass das den Unterschied macht und dass man dann schon auch am Ende langfristig einen auch wirtschaftlichen Erfolg hat, denn dann kommen die Leute auch.

00:13:24: Das haben wir auch gesehen.

00:13:24: also wir haben auch bei Business Insider, haben wir ja bei Null angefangen.

00:13:27: Business Insiders Deutschland war quasi eine Auskopplung, eine deutsche Auskopplung nachdem wir bei Axel Springer das dann im Jahr zwei Tausend Fünfzehn gekauft hatten, die amerikanische Marke Da war es ja so, dass wir sehr stark ursprünglich mal Berichte hatten.

00:13:47: Wo man mehr oder minder eigentlich das zusammengeschrieben hat was ich auch woanders gefunden

00:13:51: habe.

00:13:51: Oder was die US-Kollegen geschrieben

00:13:53: haben?

00:13:53: Was die US Kollegen geschrieben haben und wir haben es wirklich geschafft.

00:13:56: Das kann man heute noch sehen, dass Wir mit eigenen Geschichten am Ende mehr Abos zum Beispiel gemacht haben ungefähr so zehn Prozent in dem Jahr, wo wir dann am ende dann dann wo es an die Premiumgruppe dann auch gab dass wir zehn Prozent mehr Abos gemacht haben als mit den Geschichten, die eigentlich vermeintlich unsere Kerngeschichten waren.

00:14:16: Aber die ich natürlich fairerweise auch woanders dann gefunden habe wenn ich danach suche.

00:14:20: Insofern da ist ein totales Potenzial da!

00:14:24: Man muss ein bisschen auch den Mut haben, zu sagen ich gehe da rein und ich mache da auch einen Investier vielleicht auch ein bisschen.

00:14:30: Wenn man jetzt recherchiert, vielleicht auch mal Dinge herausfinden will die Firmen oder die Menschen über die man recherchieren nicht an die Öffentlichkeit bringen möchten gerade im Lokaljournalismus stelle ich mir das auch noch bisschen schwieriger vor weil die Flughöhe natürlich eine etwas niedrigere ist.

00:14:47: Im Zweifelsfall begegne ich demjenigen der über den ich geschrieben habe am nächsten Tag gleich wieder beim Bäcker wo oder im Fußballstadion, wenn es um den örtlichen Verein geht.

00:14:57: Da sind sie auch ein bisschen auf der sicheren Seite?

00:15:00: Naja also sagen wir mal so mittlerweile ist es schon so dass dann auch da wirklich sehr viele Anwälte unterwegs sind und dann nochmal danach Redebedarf haben.

00:15:14: Also das ist schon da.

00:15:16: Ich kenne das ja aus der BZ-Zeit auch, also ich weiß auch noch dass wir da Geschichten gemacht haben.

00:15:21: Da war es zum Beispiel so, dass ich eine Geschichte gemacht hatte, dass der damalige CDU Generalsekretär und Landeschef und inzwischen nicht mehr Spitzenkandidat Kai Wegner Beispielsweise damals, obwohl er öffentlich immer noch gesagt hat wie toll es doch ist wenn er mit seiner Familie dann frühstückt und so weiter.

00:15:44: Dass er längst gar nicht mehr bei seiner Familie lebte weil er bereits schon eine neue Liebschaft hatte.

00:15:51: Und wir haben die Geschichte gemacht.

00:15:52: und ja klar wenn man am nächsten Tag zu einer Pressetermin vielleicht da ist und soll ihn fragen dass man da jetzt nicht unbedingt liebevoll in die Arme genommen würde.

00:16:02: das ist klar das versteht man auch.

00:16:05: Ich habe aber schon zur Lokalzeit und genauso auch wie jetzt hier, sagen wir mal mit der bundesweiten Brille immer den Eindruck gehabt.

00:16:16: Wenn man – ich sage es jetzt mal flapsig!

00:16:18: Wenn man allen einen auf den Sack geht dann ist man nicht in einer Schublade drin.

00:16:24: Und wenn man nicht an einer Schublade drinnen ist dann haben selbst die, die man kritisch behandelt an einer Stelle trotzdem so ein gewissen Respekt davor.

00:16:34: Und ich glaube, dass dann für den Moment es natürlich immer ärgerlich ist, dass da irgendwas rauskam was man nicht wollte oder so.

00:16:42: Aber das dieser Respekt dann doch schon etwas sagen wir mal eine gewisse Anerkennung dann schon ausmacht.

00:16:50: und wenn man dann eben sagt okay also eine gute Geschichte ist eine gute geschichte egal ob das jetzt der Sparkassenchef um ne Ecke ist oder ob das Jetzt der Bundeskanzler ist oder so?

00:17:01: Oder Ob das die Jemand ist ein SPD oder CDU, grüne AfD, linke was auch immer.

00:17:06: Wenn jeder gleich behandelt wird dann akzeptieren die Leute das schon und dann ist es auf lange Sicht schon so dass Leute die sagen wir mal über die ich auch selber kritisch berichtet habe am Ende trotzdem noch mit einem geredet haben.

00:17:22: also es gibt viele leute die wir wirklich Also die teilweise auch ihre karriere verloren haben mit denen ich aber heute trotzdem noch sprechen kann.

00:17:31: Ganz normal.

00:17:32: Gut, das erlebe ich tatsächlich auch in meiner Arbeit hin und wieder.

00:17:35: Dennoch wenn man recherchiert, wenn man investigativ tätig ist also als Eigenschaft eine gewisse Resilienz braucht man schon.

00:17:42: oder was muss man noch mitbringen um ein guter Investigativjournalist zu werden?

00:17:48: Wir wollen ja ein bisschen investigativ Werkstatt machen!

00:17:51: Ja klar.

00:17:52: Also Ich glaube dass es erstmal wichtig ist dass man auf Leute wirklich zugehen kann und das ist jetzt nicht so ein spruch opa erzählt sondern dass es wirklich etwas was mir in den letzten ja zwei drei jahren besonders aufgefallen ist das gerade ich meine bin drein vierzehs klingt wirklich furchtbar.

00:18:12: aber die jüngeren leute dass die wirklich einen stückweit es verlernt haben einfach offen auf leute zu gehen also es gibt wirklich Ist nicht alle, ne?

00:18:25: Oder

00:18:25: ein Telefonhörer in die Hand zu nehmen.

00:18:27: Ganz krass ja total!

00:18:28: Also wenn man sagt dann ruf doch da mal an und gucken dir einen an und sagen wie Telefon her.

00:18:31: also Journalismus ist ein Peoples Business so Es ist egal, ob ich das investigativ mache.

00:18:38: Ob ich Wissensredakteur bin oder ob ich Lokalredaktör bin – völlig wurscht!

00:18:42: Wenn ich nicht mit Menschen umgehen kann und mich nicht neugierig auf Menschen zu gehen kann... ...und wenn ich auch Angst habe, mit denen zu reden, dann sollte man lieber irgendwas anderes werden.

00:18:55: Das ist aber die Grundvoraussetzung.

00:18:56: Weil wenn ich das kann….

00:18:58: …dann hab' ich auch eine Grundvaraussetzung dafür, dass ich ein Netzwerk aufbauen kann.

00:19:02: Und das ist natürlich das was entscheidend ist.

00:19:05: Ich krieg immer wieder dann auch die Frage, ja weil wir hast nur das gemacht und so weiter.

00:19:09: Wäre jetzt auch gleich eine meiner Fragen.

00:19:10: Ja sehr gut, ich wusste es!

00:19:12: Wie geht das überhaupt mit dem Netzwerk aufbauen?

00:19:14: Ich schätze mal gerade der Anfang, gerade der erste Schritt wenn es darum geht okay... ...ich möchte an dieser Stelle was rausfinden bei Firma XY womöglich.

00:19:22: Ich kenne da aber gar niemanden.

00:19:24: Ich habe nur etwas gehört oder man munkelt.

00:19:28: Wie geht man davor?

00:19:30: Also, wie gesagt erst mal neugierig sein und keine Angst haben zum Telefonhörer zu greifen.

00:19:34: Das ist glaube ich der erstmal der Grundsätzliche Rat.

00:19:37: Was ich erfahrungsgemäß durchaus auch funktioniert hat war sich immer die Frage zu stellen, wer hat denn das größte Interesse zu sprechen?

00:19:47: Wenn ich also zum Beispiel ein Unternehmen habe was in einer wirtschaftlichen Schieflage ist und gerade vielleicht dabei ist Menschen zu entlassen dann ist es natürlich sagen wir mal naturgemäß derjenige, der am meisten Interesse hat.

00:20:01: Der Betriebsrat.

00:20:03: Wenn ich aber nicht weiß wer der Betriebesrat ist dann ist es ganz oft so und da muss man dann... Aber das lernt man dann auch am Ende irgendwann.

00:20:09: Dann weiß ich natürlich häufig sind Betriebersräte im Mitglied einer Gewerkschaft.

00:20:14: Und die Gewerksamkeiten wiederum sind in Ortsverbänden untergliedert.

00:20:18: also rufe ich zum Beispiel den Ortsverband der Verdi an aus dem Bereich wo zum Beispiel das Unternehmen sitzt.

00:20:26: So und dann sage ich einfach, was ich will.

00:20:30: Und ob da man nicht mal vielleicht ein Kontaktmöglichkeit ist zum Betriebsrat?

00:20:34: Ich habe wirklich muss sagen würde ich jetzt mal also keine Statistik geführt aber von zehn Mal so probiert würde ich es sagen sieben Mal bis acht Mal hat's funktioniert.

00:20:44: Dann hat irgendwann halt auch mal der Betriebesrat angerufen und dann hat man ja schon quasi den Fuß eigentlich in der Tür.

00:20:52: Das heißt also wer ist derjenige, der am ehesten ein Interesse hat zu reden?

00:20:57: Ich glaube diese Frage kann man sich eigentlich auch in vielen Bereichen stellen.

00:21:00: Zum Beispiel wenn ich einen Aufsichtsrat gerne irgendwie mal gucken will was ist denn da bei der Commerzbank oder so?

00:21:06: ja dann funktioniert das da genauso.

00:21:11: jemanden, der da vielleicht eher redet und das sind häufig natürlich die Arbeitnehmervertreter.

00:21:15: So!

00:21:15: Und ich habe auch... Ich mache das heute noch, dass ich einfach mir eine Liste mache, schaue wer ist denn da?

00:21:21: Und ich telefoniere ihm im Zweifelsfall einfach ganz stumpf ab.

00:21:26: Wenn da fünfzehn Aufsichtsräte vielleicht da sind wenn es vielleicht einer ist.

00:21:30: Aber der eine hilft mir vielleicht dabei zu einem nächsten zu gehen.

00:21:36: Das funktioniert so, das ist mühsam Aber das funktioniert erstaunlicherweise immer wieder.

00:21:42: Und man muss es wahrscheinlich auch damit klarkommen, dass man am Telefon nicht immer nur mit Wartebäuschen beworfen wird sozusagen?

00:21:50: Ja

00:21:50: also natürlich gab's dann auch Momente... gar nichts gesagt worden ist und aufgelicht worden.

00:21:57: Dann gibt es Momente wo dann was bilden sie sich eigentlich ein, dafür haben wir Presse stellen oder so.

00:22:04: Ja gut klar aber da ist mir auch klar, da hätte ich auch anrufen können.

00:22:08: Aber hier kenne ich ja nicht zum Ziel.

00:22:11: also das ist das ist auch klar.

00:22:13: Ja aber es ist nicht so dass ich irgendwie wirklich massiv mal beschimpft wurde.

00:22:17: Es jedenfalls kann ich mich da nicht daran erinnern, aber dass man natürlich mit sagen wir mal damit klar kommen muss, dass man da halt im Zweifelsfall nach fünfzehn Telefonaten immer noch nicht an den gewünschten Informationen ist.

00:22:29: Das kann passieren aber dann muss man sich halt überlegen gut wer ihn gibt es denn dann auch?

00:22:33: Aber das funktioniert.

00:22:35: heute haben sie ja investigativ schon einiges auf ihrer Liste auf ihrem Kerbholz sozusagen.

00:22:41: Wie ist das heute?

00:22:42: Kommen die Leute weil Sie wissen mit bestimmten Themen kommen die von alleine zu Ihnen im Zweife

00:22:49: Ja Also auch.

00:22:52: Das ist tatsächlich so das mittlerweile, und das natürlich sehr schön die Leute mit denen man auch mal tatsächlich in anderem eher einen kritischen Zusammenhang kommen Anwälte, PR Berater oder so weiter Wenn die vielleicht dann doch festgestellt haben, insofern auch noch mal so ein bisschen dieses Thema der christlichen Weltbilds.

00:23:14: Wenn die festgestellt sind, mit dem kann man reden und der ist offen und verarscht mich nicht auf gut Deutsch.

00:23:20: Dann komme ich da hin weil ich das Vertrauen dazu habe.

00:23:23: Und das ist wirklich die größte Währung und was man wirklich braucht.

00:23:26: Man muss einfach mit den Menschen so umgehen dass sie Vertrauen haben.

00:23:30: Und wenn ich Vertrauen habe, kommen die Leute immer wieder, auch in unterschiedliche Konstellationen Und das passiert schon sehr oft, muss ich sagen.

00:23:39: Toi, toi, toi!

00:23:41: Dann gibt es natürlich auch Leute die sich dann anonym melden.

00:23:45: Das ist aber eher nicht so viel.

00:23:48: ehrlicherweise also diese ganzen Whistleblower-Briefkästen, die es ja dann immer mal in den letzten Jahren so eine große Hype war... Ich finde persönlich, das ist ein bisschen überbewertet.

00:24:00: Da kommt nicht so wahnsinnig viel.

00:24:02: Das wird dann doch irgendwann dann manchmal gekapert von Leuten die mehr auf Aufmerksamkeit aus sind als wirklich um eine spannende Geschichte.

00:24:12: Ja aber natürlich muss auch ich immer noch anrufen wenn ich jemanden habe.

00:24:16: ja auch das muss ich tun.

00:24:18: Aber ich habe natürlich einfach das große Glück dass ich mittlerweile in meinem Handy schon eine ganz ordentliche Anzahl von Kontakten da sind und dann habe ich es natürlich ein bisschen einfacher, dass sich sagen kann okay ich weiß da hat der vielleicht damals irgendwas gemacht.

00:24:31: Dann rufe ich den jetzt an.

00:24:32: das ist ein bisschen zielgerichteter aber grundsätzlich mache ich das heute zu überlegen wer hat ein Interesse daran zur Telefonie?

00:24:39: Und dann rufe

00:24:44: Einerseits fragt man sich, wer hat Interesse was mitzuteilen.

00:24:47: Andererseits muss man als Journalist natürlich auch ein bisschen aufpassen.

00:24:50: Lass ich mich jetzt hier von jemandem womöglich instrumentalisieren und von den Karren spannen Wie ist da ihr Bullshit Detector sozusagen eingestellt?

00:24:59: Der ist schon ausgeprägt Das muss man schon sagen.

00:25:04: das höre ich auch immer wieder mal dann gerade von jüngeren Kollegen Ja aber der wollte vielleicht nur dass oder aus dem weil er da irgendwie weiß ich, was einem auswischen wollte oder das.

00:25:16: und kann man das denn jetzt irgendwie nutzen.

00:25:18: Ich glaube wir müssen uns als Journalist einfach mal ehrlich machen und sagen egal was wir tun werden wir ausgenutzt in Anführungszeichen so.

00:25:26: Wir werden immer von Karen gespannt ob dass der Politiker XY ist der sagt ich sag euch das jetzt mal er wird dann den selben Satz vielleicht oder einen ähnlichen Satz dann halt morgen im anderen Medium sagen Der macht das natürlich ein Stück weit, weil er auf Reichweite aus ist.

00:25:41: Das ist total klar und ist auch in Ordnung so.

00:25:43: Das würde ich überhaupt nicht in irgendeiner Weise negativ bewerten.

00:25:48: Wenn zu mir jemand kommt und sagt, guck mal die haben da dieses und jenes oder Mist gebaut oder so... Natürlich versuche ich zur hinterfragen warum sagt der mir das?

00:25:59: Und dann kommt häufig dann sagen wir mal sehr ähnliche Stories raus.

00:26:04: also entweder ist man gekränkt, weil man wurde irgendwie schlecht behandelt oder der andere hat den Job gekriegt, den man selber haben wollte.

00:26:14: Oder man findet ihn einfach kacke.

00:26:18: So muss man auch mal ganz platt sagen.

00:26:20: also da gibt es viele sagen wir mal sehr menschliche Emotionen dabei so nur Das ist nicht das, was mich davon abhält eine Geschichte zu machen.

00:26:31: Sondern dass für es für mich total entscheidend ist, stimmt die Information ja oder nein?

00:26:37: Hält das einer Gegenprüfungsstand ja oder Nein?

00:26:41: Dann ist das für mich, sagen wir mal, die Beweggründe wichtig zu wissen aber für die eigentliche Geschichte nicht entscheidender.

00:26:50: So kann man's vielleicht sagen.

00:26:51: Ist es heutzutage eigentlich Standard, wenn man eine Geschichte

00:26:54: macht

00:26:55: als... recherchierender Journalist als investigativer Journalist, dass am Ende fast in jedem Fall ein Anwalt kommt der eine Abmahnung schickt oder so.

00:27:07: Also ist das ein Standard?

00:27:08: Ja,

00:27:08: das hat extrem zugenommen.

00:27:10: also bestimmt bei einem Drittel der Geschichten mittlerweile kommt irgendwas.

00:27:15: ob das vorherkommt und ob das nachherkommen ist dann sehr unterschiedlich.

00:27:21: Wenn ich einen gewissen Vorlauf habe, wenn ich dich dann konfrontiere und so weiter.

00:27:24: Dann ist es schon recht oft so dass dann auch sagen wir mal da schon zumindest meine verbalen Androhung kommt.

00:27:32: Wenn ich die Geschichte fertig habe, dann kommt in der Regel eigentlich fast immer irgendwas und wie gesagt bei einem Drittel der Geschichten locker.

00:27:42: Das ist auch teilweise nervig und ich merke das, weil gerade... Und wir hatten das ja vorhin mit diesem Frage.

00:27:47: Was brauche ich so ein bisschen?

00:27:49: Ich brauche natürlich schon die Resilienz das abzukönnen!

00:27:52: Mein erster Chef hat mir mal damals sozusagen eine Geschichte... Oder habe ich eine Geschichte gemacht, eine kritische Geschichte gemacht und das war das erste Mal dass sich so einen gelben Briefumschlag bekommen.

00:28:04: So ein offizielle Postdokument!

00:28:06: Und dann stand natürlich wie Anwälte das schreiben.

00:28:09: also ich verklagt dich bis zum St.

00:28:10: Immerleinstag und Scharnsersatz usw.

00:28:13: Ich habe Blut-und Wasser geschwitzt ja ich hab gedacht meine Karriere ist vorbei kann alles vergessen ich habe Fehler gemacht.

00:28:19: der hat mir auf die Schulter klopft gesagt na herzlichen Glückwunsch.

00:28:22: jetzt bisschen richtiger Scheiß So, jetzt würde ich da auch immer so ein bisschen heute vorsichtig sein.

00:28:28: Aber ich erzähle die Geschichte schon gerne meinen eigenen jungen Kollegen, weil ich schon sage ja das gehört einfach dazu und es ist etwas wo man selber nicht persönlich nehmen darf.

00:28:42: Jeder hat das Recht in Deutschland aus guten Gründen Dinge anders zu sehen und auch das im Notfall juristisch durchzufächten.

00:28:51: wenn jemand sich ungerecht behandelt fühlt Dann ist das in Ordnung und dann kann der das auch schon machen.

00:28:57: Natürlich ist es auch oft so leider, dass man wirklich dann so denkt meine Güte also kommst du auf Ideen?

00:29:04: Dass das jetzt irgendwie rechtlich sauber sei oder nicht?

00:29:08: Das ist schon aber total fein!

00:29:09: Das ist das gute Recht.

00:29:11: dafür haben wir die Gerichte und dann wird das auch entschieden.

00:29:13: Und ich muss sagen unsere Quote da Dinge zu gewinnen Die ist schon glaube ich sehr gut Aber natürlich macht er's was mit einem.

00:29:22: Also ich habe junge Kolleginnen und Kollegen gehabt, da weiß ich noch im Zug einmal, kam genau dieser... Da waren wir auf einer Recherche und dann kam genauso ein Brief.

00:29:32: also die Kollegin, die ich wirklich sehr, sehr schätze, die hat wirklich geschwitzt so und ich hab auch gesagt du das ist überhaupt gar kein Problem!

00:29:43: Denn wenn Fehler und ich glaube dass es auch so ein bisschen dieser Teil der wirklich sehr wichtig ist als auch gerade Ehrlicherweise nicht nur für den investigativen Journalismus, aber auch und vielleicht gerade da Wenn man ein Fehler gemacht hat dann muss man auch einfach dazu stehen.

00:29:59: Auch ich habe Fehler gemacht.

00:30:01: Ich hab mal einen wirklich in Ja Es waren es war ein Fehler Aber der war mir gar nicht bewusst.

00:30:08: ich habe Mal in der Corona-Zeit Habe ich mal eine Geschichte gemacht dass das Unternehmen Biontech gehackt worden sei Und Ganz, ich hatte wirklich eine Superquelle.

00:30:21: Eigentlich hätte die's wissen müssen und die hat auch auf mehrfach gesagt ja Biontech Und dann habe ich BionTech auch konfrontiert damit und sie haben nichts gesagt.

00:30:30: Und dann hab' ich gesagt Ja gut aber bei der Quellenlage müssen wir es irgendwie machen.

00:30:35: so.

00:30:36: und dann stellte sich aber leider heraus dass nicht das Unternehmen Bion Tech sondern Biotech gehackt worden war.

00:30:44: So und das war natürlich scheiße Und ich meine deswegen, also mir basieren dann auch Fehler.

00:30:51: Aber was haben wir natürlich gemacht?

00:30:52: Wir haben jetzt nicht irgendwie lange gewartet sondern wir haben dann wirklich innerhalb von... Ich glaube das war eine Stunde.

00:30:59: Haben sowohl wir als Medium sozusagen sofort alles runtergenommen, haben auch transparent einen Artikel gemacht wie uns entschuldigen, wir haben es auf Social Media gemacht und auch ich persönlich habe ein Post gemacht wo ich sage, ich entschulge mich, es waren Fehler!

00:31:14: und auch gar nicht viel rumquatschen oder so.

00:31:17: Und dann irgendwie erklären, weiß ich was?

00:31:19: Wenn der Eindruck entstanden sein sollte das ja solche Formulierungen kennen wir ja auch aus anderen Kontinenten.

00:31:24: Nein sondern sagen Ja es war einfach scheiße!

00:31:27: So wer...und warum?

00:31:30: das kann man ja da nicht erzählen.

00:31:32: Da kann man sich noch ein Nöcher rechtfertigen dass man da halt einfach so einem Scheißfehler unterlaufen ist.

00:31:39: aber wenn man dann dazu steht und sagt Das räumt man dann ab Erlebt man auch bei den Anwälten wiederum so ein bisschen diesen Effekt, oh das hätte ich jetzt aber nicht gedacht.

00:31:49: Dass ihr das jetzt relativ schnell abräumt.

00:31:52: Ich hätte es jetzt nicht gedacht!

00:31:54: Es ist ja so dass wenn ich mich als Medienjournalist mit manchmal anderen Medienvertretern, mit manchmal Leserinnen und Lesern unterhalte dann höre ich so Sachen wie Ja Ihr Journalisten, ihr könnt ja keine Fehler eingestehen, ihr habt ja ein riesiges Problem damit.

00:32:10: Ist das tatsächlich auch eine neuere Kultur, die da kommt?

00:32:13: Dass man auch wirklich sagt.

00:32:14: Auch als Journalist musst du dich dann... Da darfst du sich nicht hinter irgendeiner Geschichte verstecken sondern musst bereit sein auch zu sagen ja ich bin jetzt hier voll gegen die Wand gelaufen oder habe einen falschen Weg eingeschlagen.

00:32:28: Also ich wäre jetzt sehr vorsichtig damit zu sagen, dass eine neue Kultur...

00:32:33: Es hat ja Medienskandale gegeben.

00:32:37: Absolut!

00:32:38: Wo

00:32:38: da auch Medien gerade in der Corona-Zeit wo ja viele Medien auch andere Dinge hinterher im Prinzip einsammeln mussten oder hätten einsammeln müssen.

00:32:47: Ob das jetzt in anderen Bereichen tatsächlich auch schon so klar ist und auch so bewerkstellig wird, lasse ich jetzt mal dahingestellt.

00:32:55: Ich glaube dass wir aber gut beraten wären als Branche wenn wir tatsächlich das als Teil unserer journalistischen DNA verstehen eine Federkultur an den Tag zu legen die einfach klipp und klar und zeitnah sagt da ist ein Fehler passiert.

00:33:13: Ich sehe halt tatsächlich oft noch manchmal so diesen Reflex, naja aber der hat ja dann doch das oder jenes gesagt.

00:33:22: So... Das interessiert aber den Leser am Ende nicht oder den Hörer nicht oder dem Zuschauer nicht sondern der stellt fest da gibt es möglicherweise eine Diskussion und ich glaube wenn man halt schnell und klar reagiert gewinnt man dann auch.

00:33:36: also wir schimpfen alle beispielsweise über Twitter.

00:33:39: Wir haben damals als wir diesen Post gemacht haben Wir haben einen positiven Shitstorm sozusagen bekommen.

00:33:46: Ich war wirklich baff, also da waren hunderte Likes wo gesagt haben, oh das hätten wir nicht gedacht es finden super und ja Fehler passieren usw.. Und ich glaube dass ist halt auch deshalb so wichtig ist weil wir ja auch leider als Medien ja häufig auch ein Problem haben mit dem Vertrauen, dass die Leute uns vertrauen.

00:34:03: Insofern ist das für mich eine Selbstverständlichkeit auch zu sagen wenn wirklich klarer Fehler da sind dann schnell korrigieren klar machen transparent machen Und dann geht es weiter.

00:34:14: Ein anderer Vorwurf, den investigative Journalisten hin und wieder mal bekommen ist, die schreiben die Geschichte erst fertig und dann konfrontieren sie um noch diese proformer Statements von dem betroffenen Unternehmen oder den Betroffenen Personen zu erhalten.

00:34:27: wie halten Sie's damit?

00:34:30: Das kommt ehrlicherweise wirklich drauf an auf die Geschichte.

00:34:34: also ja auch ich schreibe Geschichten wenn nicht eine sehr gute Quellenlage habe.

00:34:40: Wenn ich das wirklich schriftlich habe schrei be ich tatsächlich auch einmal vor Und konfortiere dann.

00:34:45: Das mache ich aber nicht mit der Absicht, dass mir eh scheißegal was die dann da quasi erzählen sondern ich paule das Tandar irgendwie nur so ein bisschen ein.

00:34:53: Sondern natürlich ändere ich dann auch die Geschichte sofern es richtig ist.

00:34:59: Mir hilft es aber manchmal... mich selber noch mal zu strukturieren und klarerzumachen, was mir möglicherweise fehlt auch in der Konfrontation.

00:35:08: Ich glaube wenn man das so versteht dann finde ich ist es überhaupt kein Problem.

00:35:13: Wenn ich aber natürlich am Ende eine Geschichte auch schon mit einem gewissen Spin habe und sagen völlig egal selbst wenn die jetzt am Ende sagen das stimmt nicht und ich zieh's trotzdem durch dann gebe ich ihnen total recht.

00:35:26: Das sollte man sein lassen und da wäre dann der Vorwurf sozusagen, man macht das hier irgendwie mit einem gewissen Dogma.

00:35:31: Dann wird er auch berechtigt!

00:35:33: Achsel-Springer ist ein großes Unternehmen und manchmal steht auch Achsel Springer im Fokus recherchierender und investigativer Journalisten.

00:35:39: Das fängt bei Günter Weihraff an, das hat es in der Causa Reichelt gegeben.

00:35:43: Es hat's aber auch immer mal wieder bei kleineren Geschichten gegeben sowohl aus unserem Hause als auch von den Kollegen von Medien Insider.

00:35:51: zum Beispiel wie gehen sie damit oben wenn das eigene Unternehmen plötzlich im Fokuss einer investigativen Recherche steht?

00:35:57: Also ich finde erstmal völlig in Ordnung, wenn Medienjournalisten auch mal genauer hingucken was in der eigenen Branche passiert und dann finde ich es auch total in Ordnungen.

00:36:10: Wenn man gerade Axel Springer ist riesengroß hat viele Marken die super spannend sind Wenn man da auch mal genauer hinschaut und wenn man auch mal dann schreibt und klar macht, wenn da vielleicht doch Dinge falsch laufen.

00:36:26: Ich finde es total in Ordnung und sehe das ehrlicherweise genauso sportlich wie ich ja umgedreht auch anderen Unternehmen Vorwürfe machen.

00:36:34: Ich glaube, es wäre sehr fatal im Selbstverständnis, wenn man glaubt das was mit dem Maßstab, mit dem ich an andere gehe als Journalist, wenn der plötzlich für mich nicht selber gilt!

00:36:45: Ich glaube da sollte man sehr entspannt reagieren darauf und vielleicht auch mal den einen oder anderen auch mal sagen ja dann komm vorbei wir quatschen mal gereden mal und vielleicht ist auch dein Eindruck einfach falsch und ich erkläre dir mal Dinge.

00:36:59: Das kommt wirklich auf einen Einzelfall drauf an, aber ich hab damit kein Problem.

00:37:02: Hin und wieder sind Sie selbst ja auch Medienjournistisch tätig oder waren sie tätig?

00:37:06: Wenn ich an den RBB-Skandal denke, an die Schlesinger-Affäre... Wann war Ihnen bei dieser Geschichte klar?

00:37:13: das ist jetzt nicht nur so ein Einzelfalls, sondern es ist ein Ding, dass erschüttert das gesamte Mediensystem den kompletten öffentlich rechtlichen

00:37:22: Rundfunk.

00:37:23: Also das ist ja eine Geschichte entstanden, die wir noch bei Business Insider gemacht hatten.

00:37:28: Da war ja auch vor allem Jan Wehmeyer federführend dabei da hatte dann ja auch kein Erzgens noch vieles gemacht.

00:37:34: also ich glaube und zwar in dem Moment klar dass es jetzt etwas größer ist als wir immer wieder gemerkt haben dass die DPA zum Beispiel darauf einsteigt und wirklich auch immer wieder.

00:37:48: Vor allem aber, würde ich sagen war klar jetzt kann es kippen als Schlesinger damals in einer internen Kommunikation behauptet hat das ja alles Schwachsinn und ist ja alles Käse.

00:38:01: Und sozusagen zum Gegenangriff geblasen hat und angefangen hat dann zu sagen so wir zeigen's den mal weil da war klar nach der Quellenlage die da war dass kann sie nur verlieren.

00:38:15: so und natürlich Gott sei Dank auch noch so.

00:38:19: Wenn die Glaubwürdigkeit dann kaputt ist, hat das Konsequenzen und wird es größer.

00:38:26: Als Geschichten kam wie der Massage-Sessel im Audi und solche Sachen, die eine Nebensächlichkeit sind... Aber dann war total klar, das kann sie nicht mehr gewinnen und dann wird es auch größer.

00:38:38: Dann wird's ja auch im Ende irgendwo nicht mehr zu erhalten sein.

00:38:43: Das hat ja aber auswirken auf andere ARD-Sender.

00:38:46: Plötzlich gibt

00:38:47: eine andere Transparenz im Umgang mit den Gehältern.

00:38:51: Es gibt auch einen anderen Rechtfertigungsdruck für die intendanten Gehäter, für die außertariflich bezahlten Mitarbeitenden.

00:39:01: unsere Branche verändert hat und auch immer noch verändert.

00:39:03: Viele der Dinge, die damals passieren sind ja jetzt in den Reformen-Staatsvertrag mit eingeflossen, viele Überlegungen daraus.

00:39:10: Also ich glaube was...und das gilt tatsächlich für andere Geschichten.

00:39:14: Ich glaube man braucht schon einen gewissen Resonanzboden auch in der Politik.

00:39:19: Also als die Politik dann auch angefangen hat, Druck selber auch auszuüben ob das jetzt der Rundfunkrat war oder ob das dann teilweise auch Länder waren und es da immer mehr Stimmen gab.

00:39:28: Da ist natürlich schon der Punkt gewesen dass man dann immer wieder sieht okay jetzt tut sich da was.

00:39:33: Das schafft man manchmal nicht aus eigener Kraft heraus.

00:39:37: so da braucht es dann eben doch dann auch mal andere Medien die damit einsteigen.

00:39:41: Da braucht es diesen politischen Resonansboden der das dann auch noch einmal verstärkt.

00:39:46: Das stimmt schon.

00:39:47: Also ich glaube, dass wir schon in der Tat mit der Geschichte auch dazu beigetragen haben das sich ein System sagen wir mal verändert Ich würde jetzt noch nicht so weit gehen verändert hat.

00:40:00: Ja also da sehen wir immer noch auch übrigens beim rbb Immer noch Punkte wo wir sagen Da hat sich aber erstaunlich wenig getan In der Kultur sozusagen in der in der Art und Weise.

00:40:13: wie gehe ich damit um, dass ich hier eben nun mal ein gebührenfinanziertes Unternehmen bin.

00:40:21: Da muss sich einfach anders agieren genauso wie Politik dann anders agiere muss wenn es um Steuergeld geht.

00:40:27: und ja natürlich war das dann der Punkt der von uns aber nie intendiert war.

00:40:33: also Wir freuen uns natürlich schon, wenn Dinge dann auch Konsequenzen hat.

00:40:37: Ja gar keine Frage!

00:40:38: Aber das war von uns nie entendiert.

00:40:40: insofern haben wir das auch gar nicht so bewusst wahrgenommen was wir gesagt haben.

00:40:43: oh jetzt müssen wir mal gucken dass wir irgendwie das ganze System da irgendwie auf links drehen.

00:40:49: Das war nie so muss man sagen

00:40:51: Wenn ich mich an die Anfänge des RBB-Skandales erinnere, da gab es durchaus Stimmen im öffentlich-rechtlichen.

00:40:57: Die haben zu den Whistleblowern vielleicht auch eher so global gesprochen... ...an die Kontakte, die sie ja in die öffentlich- rechtlichen Redaktionen und Unternehmen haben.

00:41:09: Leute!

00:41:09: Warum geht ihr damit zu Springer?

00:41:11: Die wollen uns doch eh nichts Gutes.

00:41:14: Die sind doch eh komplett gegen uns.

00:41:16: Ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk für Springer so eine Art Erbfeind oder Wahl?

00:41:20: damals?

00:41:23: Also sagen wir mal so, ich würde sagen dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk natürlich schon ein harter Konkurrent für private und privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen ist.

00:41:35: Und natürlich auch einfach einen Wettbewerbsvorteil in Bereichen hat.

00:41:40: aber es war immer wichtig aber das eben tatsächlich nicht dogmatisch sehen.

00:41:51: Ich bin sehr, sehr froh dass es den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt.

00:41:54: ich halte den öffentlich rechtlichen Rundenfunk für einen Bereich wo wirklich exzellente Journalisten arbeiten die auch wirklich tolle Geschichten machen und super Journalismus betreiben.

00:42:04: Es wäre fatal ihn abzuschalten.

00:42:07: quasi Das wäre völlig falsches Signal.

00:42:10: vor allem ein falsches signal wenn man ja bedenkt dass unsere privat wirtschaftlich organisierte Bereich, ja wirklich in den letzten Jahren so massiv unter Feuer gekommen ist.

00:42:22: Verbitas

00:42:23: etc.,

00:42:23: pp, die Kraft von Google, KI jetzt... Da braucht es aus meiner Sicht, aus gesamtgesellschaftlicher Sicht schon auch noch mal jemand der da etwas freier agiert.

00:42:34: Ich würde mir aber trotzdem immer noch hoffen und wünschen und da gucken wir dann schon auch immer wieder heute genau hin wie dann aber mit diesem Geld umgegangen wird und dass das eben auch schon sehr verantwortungsbewusst gemacht ist.

00:42:46: Und da glaube ich, dass mancher Personen da immer noch heute noch nicht dieses Fingerspitzengefühl hat und dieses Bewusstsein hat.

00:42:53: Können Sie konkret werden?

00:42:54: Es wäre auch meine Frage gewesen, haben die Verantwortlichen die richtigen Schlüsse inzwischen daraus gezogen aus dem Schlesinger Skandal oder eben nicht?

00:43:04: Sie werden heute sehr wahrscheinlich keinen Massagesitz mehr in einem Audi in den Danten finden.

00:43:11: Und man wird jetzt auch nicht irgendwie da einen auf Prunk machen oder so, ich meine das hat man auch damals nicht gemacht aber zumindest mal wird man schon bewusster das machen.

00:43:20: Aber... Ich glaube schon, dass beispielsweise auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich sehr genau überlegen muss.

00:43:27: Ob es wirklich und ist ja immer noch so zeitgemäß ist wenn man zu einem Termin gleich mit mehreren unterschiedlichen Redaktionen quasi aus dem selben Berit kommt.

00:43:39: also das ich dann irgendwie den Hörfunk dabei habe, das Fernsehen dabei hab, den Text dabei hab.

00:43:44: Mir ist schon bewusst, dass das unterschiedliche Produktionen sind.

00:43:47: Also gerade wir hier in der Prämiumgruppe bedienen ja auch alles.

00:43:51: Das ist schon eine andere Herangehensweise, aber ich glaube da muss man schon ein bisschen mehr genau darauf achten.

00:43:57: Das zweite ist wenn ich mir anschaue jetzt zum Beispiel die aktuelle Intendantin des RBB dann stellt man schon fest, man verkauft immer noch Veränderungen, Speinsparungen als Strukturreform, die plötzlich alles immer besser machen.

00:44:16: Wenn man dann aber genauer hinschaut und dann feststellt naja, man tauscht Personal aus, aber man spart ja entgegen des Eindrucks, den man vermittelt nicht weil die Personen, die dann dort selber sind, immer noch ihr Gehalt und ihr sehr, sehr gutes Gehalt bekommen, dann stelle ich mir schon die Frage was sollte dass jetzt eigentlich vermitteln, also sollte das jetzt wirklich vermittelt werden.

00:44:38: Ich will sparsamer agieren.

00:44:40: Das funktioniert so nicht und ich glaube diese Art der Doppelmoral klingt jetzt wahnsinnig hoch.

00:44:45: Das meine ich...ich würde es ein bisschen abschwächen.

00:44:48: aber sagen wir mal dieser doppelte Standard den man dann einen Stück weit im öffentlich-rechtlichen harte und auch gerade beim RBB hat, den nehme ich immer noch wahr.

00:44:57: Und zu den Touri zwei Hörerinnen und Hörern gehören auch Leute, die in der PR arbeiten.

00:45:01: Pressesprecherin, Pressesprecher.

00:45:03: aus ihrer Sicht wie sollte ein Pressesprechereagieren wenn er von ihnen eine anfragende Konfrontation kriegt?

00:45:10: Und er dann plötzlich merkt oh Gott da hat jetzt Lars Petersen zu uns recherchiert.

00:45:18: Jetzt kommt gleich die große Enthüllung und wir sind erst mal völlig überfordert in der Dresseabteilung, also wie sollten... Wie ist aus Ihrer Sicht der ideale Umgang mit so einer Konfrontation wenn sie zu einem Protagonisten kommt?

00:45:30: Also ich würde erstmal grundsätzlich empfehlen im Zweifelsfall mal anrufen, mal sprechen.

00:45:36: So meinem Hintergrund sprechen, mit uns kann man auch gut dem Hintergrund Der Fall ist vielleicht so oder so, oder bedenken wir.

00:45:48: Also man kann schon mit uns ganz offen über Dinge dann auch mal reden.

00:45:53: Was aus meiner Sicht der schlechteste Fall wäre wenn man halt Komplettkommunikation blockt.

00:45:57: Das funktioniert nie weil man wird auch nie die Geschichte ja verhindern können.

00:46:02: Das heißt ich weiß natürlich auch dass viele Pressesprecher dann sozusagen sagen da kommt was?

00:46:09: Man bespricht das und dann kommen die Anwälte So, und natürlich haben die Anwälte immer die Tendenz dazu zu sagen.

00:46:15: Sagt da bloß nichts dazu?

00:46:19: Das mag aus der juristischen Logik das ein oder andere Mal auch richtig sein.

00:46:23: auf der anderen Seite würde ich immer empfehlen vorher sich mal zusammen mit der Unternehmensleitung oder mit den Verantwortlichen mal einmal kurz zurückzunehmen zu sagen okay was wie sehen wir denn dass?

00:46:38: also ist das jetzt richtig?

00:46:39: hat er uns erwischt?

00:46:41: Oder ist das etwas, was einfach wirklich falsch ist?

00:46:44: Weil der irgendwie falsche Annahmen, falsche Unterlagen, was auch immer hat.

00:46:48: Und in jedem Fall würde ich immer das Gespräch suchen und dass man dann zumindest mal die Chance hat, die Perspektive, die man selber vielleicht hat, dass man die entsprechend unterbekommt.

00:47:01: Wir sind da schon sehr fair!

00:47:04: Und Salami-Taktik ist auch... Nicht unbedingt sinnvoll, nur so viel zu geben wie gerade.

00:47:10: Also da muss ich auch sagen, da bin ich dann teilweise sehr hart... Ich überlege mir bei meinen Anfragen schon sehr genau, wieviel Zeit gebe ich denn und überlege mich schon genau ist das wirklich machbar?

00:47:22: In der Regel gebe ich vierundzwanzig Stunden Zeit wenn es, sagen wir mal jetzt nicht irgendwie drei Hundert Fragen sind, das ist mir schon bewusst.

00:47:30: Wenn dann jemand kommt und sagt Und ich auch den Einurkabel, dass das wirklich ehrlich ist.

00:47:35: Wir schaffen es nicht als Urlaubsbedingung oder keine Ahnung was so.

00:47:37: Dann ist es schon etwas... Wo ich dann nochmal sage ja gut okay wenn das irgendwie geht, dann müssen wir uns halt irgendwie machen und so.

00:47:45: Wenn ich aber den Einokabel, es geht eigentlich nur darum Zeit zu schinden um irgendetwas noch zu regeln oder so.

00:47:53: Und ich dann schon sage so allerspätestens jetzt aber nicht dreizehnt sondern fünfzehn Uhr.

00:47:57: Dann drücke ich um fünfzehnt und eins auf einen Knopf.

00:48:00: Also das haben wir ganz oft schon auch mal erlebt, dass die Leute versuchen ja entweder nicht zu antwort oder immer später und vertrösten einen.

00:48:10: Und dann kommt dann doch am Ende irgendein so ein nichts sagenes Statement?

00:48:13: Das ist das eine!

00:48:15: Das andere ist es bringt in der Regel nichts zu sagen Ja da könnte was sein Punkt.

00:48:22: So und dann muss man am Ende doch irgendwie einräumen, ja das war einfach total schwierig weil da und da und also man sieht es einfach um ob das wir haben gesprochen.

00:48:30: Schlesinger hat auch am Anfang gesagt wahl überhaupt nichts.

00:48:35: jetzt nur ein kleines Beispiel Wir werden jetzt zeitnah eine Geschichte machen dass der Windparkbetrüger Hendrik Holt seinen aus dem Knast heraus in Flughafen gekauft hat nämlich den in Rostock Lage vorigen Jahr.

00:48:49: Eine schöne bunte Geschichte finde wie ich finde.

00:48:51: Und da habe ich dann natürlich auch angefragt, die Presse oder die Geschäftsführerin der sozusagen des Käufers.

00:49:00: Und sie hat mir dann auch erst mal gesagt, nö also ist nichts.

00:49:03: Dann habe ich gesagt, ist das jetzt wirklich die letzte Antwort?

00:49:08: Und dann kam, naja, also dann hat man plötzlich doch nicht mehr die Verbindung zu Holt dementiert und aber da gäbe es ja noch das und dass.

00:49:18: Also was denn?

00:49:20: Und merke, dann kommt wieder nichts.

00:49:22: Und da bist bei mir irgendwann auch der Punkt, dass ich sage so nee, muss man jetzt einfach mit den Konsequenzen sehen aber eben nicht.

00:49:30: und das ist vielleicht auch noch mal wichtig Nicht aus einer gewissen Jetzt will ich der es auswischen zeichnen sondern Ich muss natürlich schon sicher sein, dass meine Geschichte dann auch trägt.

00:49:39: Aber wenn dich der Meinung bin die trägt Die Rechtsabteilung hat drüber geschaut Dann ist irgendwann auch mal feierabend.

00:49:46: Wir sind schon deutlich über die forty-fünf Minuten, die wir normalerweise im Touri zwei Podcast hier so machen.

00:49:50: Das finde ich auch super!

00:49:52: Aber an dieser Stelle ziehen wir ein Schlussstrich und sagen... Ich kann noch empfehlen Lars Petersen hat auch einen Podcast.

00:49:59: Und zwar Macht und Millionen haben wir eben schon angesprochen wird auch hier in diesem Studio indem wir heute sein dürfen produziert und da gibt es noch viel mehr Einblicke seine investigative Arbeit und in die investigative Arbeit der Kollegen.

00:50:11: Das lohnt sich, auf jeden Fall da reinzuhören!

00:50:14: Hin und wieder ist das auch mal ein Hörtipp bei TURiII.

00:50:16: also gerne auch damals darauf achten dass.

00:50:19: Petersen ganz vielen Dank für die Einladung heute.

00:50:21: ganz vielen dank für das Gespräch.

00:50:22: Vielen Dank.

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